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Bad Buchau am Federsee

Am Federsee wurden 199 Hektar Moor renaturiert

LIFE+-Projekt Federsee erfolgreich abgeschlossen

 

 Wildes Ried

 

 

 

 

Zum 31. März 2014 endete am Federsee das mit Hilfe des EU-Förderprogramms LIFE+ umgesetzte Projekt „Restauration von Habitaten im Federseemoor“. Seit Januar 2009 waren an fünf Standorten im Federseeried umfangreiche Maßnahmen zur Erhaltung und Renaturierung des größten Moores in Südwestdeutschland durchgeführt worden.

 

Naturreservat Federsee

 

 

 

 

 

 

„Mit Hilfe der EU-Förderung aus dem LIFE+-Natur-Programm war es möglich, ehemals stark entwässerte Teile des Federseemoores wieder als intakte Lebensräume für die typische Tier- und Pflanzenwelt des oberschwäbischen Moores zu restaurieren. Der Erwerb und die Renaturierung des Segelflugplatzes Oggelshausen wäre ohne LIFE+ nicht möglich gewesen.“ stellte Regierungsvizepräsidentin Grit Puchan bei der Abschlussveranstaltung in Bad Buchau heute (24.06.2014) heraus. Insbesondere habe das Projekt die Lebensbedingungen für wiesenbrütende Vogelarten verbessern können. Große Teile des Federseemoores seien in Folge der mehr als 200 Jahre dauernden Entwässerung und Torfgewinnung stark in ihrer Funktion als Feuchtlebensraum geschädigt.

Naturreservat FederseeWildes RiedDas Federseemoor beherbergt auf fast 3000 Hektar EU-weit schutzwürdige Lebensräume wie kalkreiche Sümpfe, Übergangsmoore und Moorwälder. Daneben ist es Heimat bedeutsamer Populationen europaweit besonders geschützter Tier- und Pflanzenarten. Vom Aussterben bedrohte Fischarten wie Schlammpeitzger und Steinbeißer gehören dazu, daneben der Goldene Scheckenfalter, die Gelbbauchunke oder das Torfglanzkraut, eine Orchidee.

 

Modellhafte Renaturierung

Die Maßnahmenschwerpunkte konzentrierten sich auf das Südliche und das Nördliche Federseeried. Im Süden wurde durch die Neuorganisation eines Grabensystems und die Verlegung eines Flugplatzes der Weg frei für eine umfangreiche Renaturierung.

Im Nördlichen Ried konnte auf etwa 100 ha Fläche der Moorwasserstand wieder auf ein oberflächennahes Niveau angehoben werden. 24 km des bestehenden Grabennetzes wurden verschlossen und die kanalartig eingetiefte Seekircher Aach auf einer Länge von 1.000 m naturnah umgestaltet. Die zur flächigen Vernässung notwendige Verfüllung der Gräben erforderte umfangreiche Torfbewegungen von etwa 15.000 m³. Derartige Maßnahmen in solchem Umfang zur Renaturierung eines Moores sind bundesweit einmalig. Alle Maßnahmen fanden auf landeseigenen Grundstücken statt. Durch vorgeschaltete Flurneuordnungen konnten sämtliche Privatflächen aus den Projektgebieten herausgelegt werden.

 

Rettung zweier UNESCO-Welterbestätten

Neben seiner naturschutzfachlichen Wertigkeit hat das Federseemoor auch internationale Bedeutung als Geschichtsarchiv: Es ist das archäologisch fundreichste Moor in Mitteleuropa mit bedeutenden Siedlungsresten aus der Stein-, Bronze- und Keltenzeit. Vier Fundstellen im Federseemoor wurden 2011 als UNESCO-Welterbestätten anerkannt. Die über Jahrtausende im feuchten Moor konservierten Bodendenkmäler waren durch die Entwässerung akut vom Zerfall bedroht. Pro Jahr verringerte sich die schützende Torfschicht um ein bis zwei Zentimeter. Bei der Absenkung des Wasserspiegels löste sich der Torf buchstäblich in Luft auf – dabei entwichen große Mengen klimaschädlicher Gase wie zum Beispiel Kohlendioxid. Moorschutz ist also gleichzeitig auch wirksamer Klimaschutz. Allerdings war das Zeitfenster zur Erhaltung des Torfs und damit auch der Bodendenkmäler denkbar knapp.

Im Projekt wurde durch die Stilllegung, Rückbau und Vernässung des direkt über der Siedlung „Forschner“ liegenden Segelflugplatzes die weitere Austrocknung der bronzezeitlichen Holzwehrmauern, der mehrreihigen Palisaden und der Hausplätze gestoppt. Im nördlichen Federseeried wurde die jungsteinzeitliche Siedlung „Alleshausen Grundwiesen“ durch den Verschluss von Entwässerungsgräben gerettet.

 

Enge Zusammenarbeit verschiedener Partner

Die Hälfte des Projektvolumens von mehr als 1,3 Millionen Euro finanzierte die EU, die andere Hälfte steuerten das Land und örtliche Träger bei. Das Projektmanagement teilten sich Stefan Schwab vom Regierungspräsidium Tübingen und Jost Einstein vom NABU-Naturschutzzentrum Federsee. Weitere Projektpartner waren die Stiftung Naturschutzfonds, Vermögen und Bau Ulm, der Landkreis Biberach als Pate des Federsees und das Landesdenkmalamt Baden-Württemberg. Die Zusammenarbeit verschiedener Partner hat am Federsee eine lange Tradition: Seit mehr als 30 Jahren arbeiten das Landesdenkmalamt und der Naturschutz eng zusammen. Bereits von 1997 bis 2002 waren in einem ersten LIFE-Projekt 250 Hektar Flächen im Südlichen Federseeried renaturiert worden.

 

Tierwelt reagiert positiv

„Erste Erfolge stellen sich schon jetzt ein!“ freut sich Projektleiter Stefan Schwab. „An den verschlossenen, wassergefüllten Gräben und auf flach übersickerten Flächen im Nördlichen Ried rasteten im letzten Winter bis zu dreißig Bekassinen. Auch Kiebitze und Rohrweihen sind jetzt im Gebiet zu beobachten.“

LIFE+ Natur  Das Förderprogramm „LIFE+ Natur“ fördert EU-weit Projekte zum Erhalt gefährdeter Arten und natürlicher Lebensräume in Natura 2000 Gebieten. Das Federseemoor ist Bestandteil dieses Schutzgebietsnetzes und als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet und Vogelschutzgebiet Teil der europaweit bedeutsamen Schutzgebiete.

3 Antworten auf „Am Federsee wurden 199 Hektar Moor renaturiert“

Sehr lobenswerte Aktion, ABER:
Es stellt sich mir die Frage: Wie viel Ökopunkte erhält die Stadt Bad Buchau bzw. die Federseeregion für diese tolle Aktion? Nur dann ist diese auch erfolgreich!

Ökopunkte natürlich nicht – wofür auch.
Der Naturschutz sieht kein Problem beim verlangen von Bargeld für alle die was bewegen im „Grünen“.
Wer ein Haus baut auf der grünen Wiese muss bares bezahlen dafür dass er das Gras entfernt. Irgend ein ganz schlauer Beamter hat die Ökopunkte erfunden, keiner hat ihn daran gehindert. NABU unterstützt das mit viel Energie und Erklärungen.
Vermutlich der gleiche Irrkopf welcher die Umweltzonen geschaffen hat für Autoabgase , die nur in bestimmten Straßenzügen wehen dürfen, das Werk eines vermutlichen Umweltdepps der gehobenen Ausführung.
Wenn einer einen Furz lässt bleibt der nicht nur in der Küche sonder verteilt sich meistens im ganzen Haus nicht so in der Umweltzone. Hier gibt es für jeden Furz (Abgas) eine farbige Plakette. Wer ganz kurz nur furzt darf auch drinnen noch stinken, andere dürfen nur eine Strasse davor „einen fahren lassen“ . Das sind die sogenannte Hirnfürze. . . oft gehört aber nie gesehen: hier wird erdachtes zur Wirklichkeit, der Hirnfurz unserer Umweltbeamten, die Ökopunkte in Verbindung mit dem Naturschutz.

Je nach Größe des Bauplatzes bezahlt der Bauherr neuerdings einige 1000.- €. Die Bauherren in Bad Buchau /Kappel mussten das soeben bezahlen für 6 Bauplätze ca. 15000.00 € weil sie das Grünland zerstören. Früher waren das Strohäcker und von Kühen verschiessene Wiesen. Heute verlangt der Naturschutz echt Kohle dafür. Wer ihn dafür bevollmächtigte ist unsere Landesregierung und der Bund. Das allerdings weiß nur wer ein Haus baut. Für die restliche Bevölkerung ist der NABU ein kleiner Verein der Vögel schützt und dafür noch ein bisschen Spenden von der Oma bekommt.

In Wirklichkeit ist der NABU eine Wirtschaftsmacht die seines Gleichen sucht mit uneingeschränkter Unterstützung aller Parteien. Wer zu laut wieder spricht könnte den kürzeren ziehen und seine politische Laufbahn neigt sich dem Ende zu.
Das wiederum will keiner der Volksvertreter dann besser die Machenschaften des NABU stillschweigend dulden nach dem Motto: Maul zu und durch.

Sollten sie das alles bezweifeln denken sie mal an die Fledermausbrücken bei Biberach. Ein weltweiter Lacher über Deutschland, den sie direkt mit ihren Steuern bezahlt haben. . . nicht zu vergessen die Saatkrähenplage in Laupheim. Das Theater mit den Bibern die nur Schäden hinter lassen. Das sind nur drei Beispiele von hunderten. Ist nun der Wind aus den Segeln oder fällt ihnen zur Windkraft auch noch was ein . . noch Fragen, nein Danke.

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