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Bad Buchau am Federsee

70,34%: Norbert Zeidler ist neuer Oberbürgermeister von Biberach

Der 45-Jährige aus Remshalden gewinnt die Wahl im ersten Durchgang mit unerwartet deutlichem Ergebnis

Von Gerd Mägerle

Biberach Die Biberacher haben gewählt, und sie haben sich deutlich entschieden: Mit 70,34 Prozent hat Norbert Zeidler die Oberbürgermeisterwahl deutlich gewonnen. Der 45-jährige Bürgermeister aus Remshalden wird damit der Nachfolger von Thomas Fettback, dessen Amt er voraussichtlich zu Beginn des kommenden Jahres antreten wird. Ein Termin für die Amtseinsetzung steht im Moment noch nicht fest.

Die vier weiteren Bewerber um das OB-Amt landeten abgeschlagen auf den Plätzen. SPD-Kandidat Oliver Reken holte als Zweitplatzierter 12,09 Prozent, der Grüne Walter Zerb erhielt 8,93 Prozent, Lokalmatador Uli Stöckle kam auf 7,01 Prozent und Markus Gensior lediglich auf 1,17 Prozent der Stimmen.

Die Wahlbeteiligung lag bei 48,94 Prozent. „Da hatte ich mir zehn Prozent mehr erhofft“, sagte der Erste Bürgermeister Roland Wersch in seiner Funktion als Leiter des Gemeindewahlausschusses. Biberach liege damit aber immer noch am oberen Rand der mittelgroßen Städte in Baden-Württemberg. Er habe sich gefreut über den fairen Wahlkampf und den Umgang miteinander. „Damit geben wir ein Beispiel für andere Wahlkämpfe in Baden-Württemberg.“

Diesen Gedanken nahm auch der künftige Oberbürgermeister in seiner Dankesrede auf. Er danke allen, die ihn gewählt haben, so Zeidler. „Ich bitte Sie, mir gewogen zu bleiben, auch wenn es sicher Entscheidungen geben wird, die Sie nicht so toll finden.“ An alle, die ihn nicht gewählt haben, appellierte er, ihm eine faire Chance zu geben. „Geben Sie mir die Möglichkeit, dass wir einander kennenlernen und aufeinander zugehen.“ Demokratie basiere für ihn auf drei Komponenten: Ziele definieren, Kompetenz haben und Kompromissbereitschaft mitbringen. Nach diesem Kompass wolle er auch in Biberach handeln, sagte Zeidler. Ganz besonders dankte er seiner Wählerinitiative für die Unterstützung, seiner Familie und speziell seiner Frau Iris. Mit einem Auszug aus Schillers Ode an die Freude schloss Zeidler seine Rede: „Seid umschlungen Millionen. Diesen Kuss der ganzen Welt! Brüder, überm Sternenzelt, muss ein lieber Vater wohnen.“

Mit einem deutlichen Signal hatte der Abend für Zeidler bereits begonnen, als er um 18.12 Uhr den Ratssaal im Biberacher Rathaus betrat, in dem sich zu diesem Zeitpunkt bereits rund 150 Menschen aufhielten, die große Leinwand am Saalende fest im Blick. Um 18.14 Uhr leuchtete dort das erste Ergebnis auf. Der Teilort Stafflangen hatte als schnellster seine Zahlen gemeldet – 83,8 Prozent für Norbert Zeidler. Es folgten Ringschnait (76,2 Prozent für Zeidler) und mit der Jugenkunstschule der erste Kernstadt-Wahlbezirk. Als auch dieser mit 61,49 Prozent an Norbert Zeidler ging, war eigentlich schon klar, wohin die Reise ging und dass der zweite Wahltermin am 21. Oktober wohl nicht mehr gebraucht würde.

Bis dann allerdings der letzte der 23 Wahlbezirke ausgezählt war, vergingen noch einmal fast 35 Minuten, um 18.53 Uhr war das Ergebnis komplett. Ein überwältigender Sieg, ein großer Vertrauensvorschuss, aber auch eine große Verantwortung, wie in den Stellungnahmen der Kommunalpolitiker anklang.

(Erschienen: 30.09.2012 21:30)