MdB Gerster und Energieagenturchef Göppel zeigen Perspektiven auf BAD SCHUSSENRIED (SPD-OV) –

Energiewende – Energiesicherheit – Kosten?

EnergiewendeBSch140527

Energieeinsparmaßnahmen sind für die Bürger ein guter Weg, die Haushaltskasse zu entlasten. Praktische Wege dazu wurden jetzt bei einer Diskussionsveranstaltung des SPD-Ortsvereins mit dem Biberacher SPD-Bundestagsabgeordneten Martin Gerster und dem Geschäftsführer der Energieagentur Ravensburg, Walter Göppel, im Bad Schussenrieder „Moorbadstüble“ aufgezeigt. Engagiert diskutierten die Anwesenden um den Einsatz von Biogasanlagen. Der „Vermaisung“ der Landschaft müsse Einhalt geboten werden durch den Anbau alternativer Pflanzen, die eine vergleichbare Energieausbeute erlauben, so die einhellige Meinung.

Den Bauern müsse bei der Umgestaltung finanzielle Unterstützung gewährt werden, ebenso für die Erweiterung der Speicherkapazität von Biogas, um den Stromverbrauch zu Spitzenzeiten abzudecken, wenn Wind und Sonne den Bedarf nicht decken können. 2015 tritt ein Gesetz in Kraft, nach dem 15 Prozent des Energiebedarfs aus regenerativen Energien gewonnen werden müssen. Zurzeit sind es noch 10 Prozent. Auch hier müssten neue Wege beschritten werden, um die Verbraucher nicht noch mehr zur Kasse zu bitten, verlangten Diskutanten.

Walter Göppel stellte Maßnahmen vor, wie im Haushalt Energie gespart werden kann. Er nannte verschiedene Möglichkeiten und demonstrierte an einer Lampenleiste mit verschiedenen Lichtquellen, wie unterschiedlich die Lichtausbeute bei Glühlampen, Energiesparlampen und LED ist. Somit ist ein erster Schritt zur Energieeinsparung der Austausch von Glühlampen durch Energiesparlampen oder noch besser LEDs. Eine LED mit 403 Lumen verursacht beispielsweise Stromkosten von 4,02 Euro im Jahr bei wesentlich längerer Haltbarkeit. Eine gleich helle Glühlampe (40 Watt) mit ca. 400 Lumen verbraucht für 32,12 Euro Strom im Jahr. Eine andere Möglichkeit der Energieeinsparung ist die Verringerung der Raumtemperatur. Schon die Reduzierung um ein Grad Celsius bringt eine Einsparung von 4 bis 6 Prozent der Heizkosten. Die energetische Sanierung eines Hauses ist laut Göppel die beste Geldanlage. Dazu gehört nicht nur eine bessere Dämmung, sondern auch der Ersatz älterer energiefressender Geräte wie alten Kühlschränken, Staubsaugern oder Waschmaschinen.

 

Um Stromfressern auf die Spur zu kommen, verleiht die Energieagentur Biberach, Ehinger-Tor-Platz 8 (07351/372374), Stromverbrauchsmessgeräte. Martin Gerster bedankte sich für die rege Diskussion auch über Anliegen anwesender Bürger und für die Beiträge von Bürgermeister Achim Deinet, der NABU-Ortsvereinsvorsitzenden Dr. Ruth Lang und nicht zuletzt von Walter Göppel. Zu Beginn hatte er die Entwicklung der Energiepolitik in Deutschland seit 1998 kurz zusammengefasst, vom Energieausstieg der rot-grünen Koalition über die Laufzeitverlängerung der AKWs durch Schwarz-Gelb bis zum Wiederausstieg derselben Koalition nach Fukushima und die Veränderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) mit den entsprechenden Sonderregelungen, bei denen die Vorstellungen von Bürgern und Industrie bzw. Stromerzeugern sehr unterschiedlich sind. Beispielsweise werden durch die EEG-Umlage auf die Bürger Kosten verteilt.

Um diese für die privaten Haushalte in Grenzen zu halten, wird diskutiert, die Vergütungen des EEGs zu reduzieren. Auch wehren sich die Bürger, die nahe einer Windkraft- oder Biogasanlage wohnen, gegen Neubau und Erweiterungen, weil sie Beeinträchtigungen befürchten. Er werde die Anregungen aus der Veranstaltung gerne mit nach Berlin nehmen, so Gerster.

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