
Die Polizeidirektion Biberach veröffentlichte ihren Bericht über die Sicherheitslage Bad Buchaus. Demnach stieg die Zahl der erfassten Straftaten im Vergleich zum Vorjahr von 228 auf 281. Dabei entstand ein Gesamtsachschaden von ungefähr einer halben Million Euro. Seit 1998 ist allerdings eine generelle Abnahme der Straftaten zu verzeichnen, denn 2005 war ein besonders schwaches Jahr, mit nur 228 registrierten Straftaten. Die Aufklärungsrate ist wieder angestiegen und liegt nun bei guten 60%. Auffällig ist der Anstieg der verübten Straftaten von Nichtdeutschen. Während 2005 die Nichtdeutschen in Bad Buchau unterproportional wenig Straftaten begingen, nur 6,1% aller Straftaten, bei einem Einwohneranteil von 7,5%, so begingen sie 2006 nun 14,5% aller Straftaten.
Umgerechnet auf Straftaten pro 100.000 Einwohner liegt Bad Buchau an dritter Stelle im Landkreis, gleich hinter Laupheim und Biberach. Bei den meisten Straftaten handelte es sich jedoch lediglich um Diebstähle und Straßenkriminalität, aber auch Beleidigungen und Fahrraddiebstähle sind zu verzeichnen. Leider geschah auch dieses Jahr wieder ein Mord in Bad Buchau so wie drei Sexualdelikte. Stark zugenommen haben hingegen die Betäubungsmittel- sowie Vermögensdelikte. Da in Ba-Wü Cannabis noch rigoros verfolgt wird, haben sich die Delikte im Betäubungsmittelbereich mehr als verdoppelt. Erschreckend ist jedoch die Entwicklung der Vermögensdelikte auf den höchsten Stand seit 2001. Ausschlaggebend dabei sind 10 Delikte von Vorenthaltung und Veruntreuung von Arbeitsentgelten und Warenbertug im Internet.
Insgesamt stiegen die Zahlen bei Jugendlichen (auf 19 Straftaten) und Heranwachsenden (auf 14 Straftaten) leicht an, während sie unter Kindern zurückgingen. Grundsätzlich begingen aber immer noch Erwachsene mit 94 Straftaten bei weitem die meisten Delikte. Bei den Jugendlichen und Heranwachsenden handelte es ist meistens um Diebstahl sowie Cannabisdelikte.
Desweiteren enthält der Bericht eine Statistik über Tatverdächtige. In dieser schneiden die Nichtdeutschen und Aussiedler überproportional schlecht ab. Was genau ein “Tatverdächtiger” ist und warum Nichtdeutsche und Aussiedler häufiger verdächtig sind wird nicht erklärt und ist deshalb eher mit Vorbehalt zu analysieren.
Im Bericht findet sich ebenfalls eine Statistik der Ordnungsstörungen. So gab es in Bad Buchau 13 Streitigkeiten zu denen die Polizei gerufen wurde, 21 Ruhestörungen/Lärmbelästigungen. Keine Ordnungstörung wurde von Spätaussiedlern hervorgerufen und auch beim Eintrag “Punks/Skins” gab es keine Vorfälle. Dafür wurde ein Randalierer gemeldet und drei Mal musste die Polizei in Gaststätten für Ordnung sorgen.
Noch 2006 galten die Bereiche “Bähnle”, Kurparkanlagen und GHS-Bereich als Problembereiche der Stadt. Durch gelegentliche Kontrollen und Kontrollen in den Abendstunden konnten alle drei Problembereiche beseitigt werden, die Kontrollen wurden aber nicht eingestellt.
Ansonsten muss man die Polizei für ihren öffentlichkeitsorientierten Bericht und ihre sonstige Arbeit loben. Es wurden Gewaltpräventionsprogramme an Schulen durchgeführt, sowie Einbruchsopfer nachbetreut. Allerdings wird die Arbeit der kommenden Jahre durch den massiven Sparhaushalt der Landesregierung um Ministerpräsident Öttinger voraussichtlich beeinträchtigt werden. So mussten die “Rund-um-die-Uhr-Dienste” der Polizei auf Grund von Personalmangel bereits Anfang diesen Jahres eingestellt werden. Mit weiteren Einschränkungen muss gerechnet werden.
Quelle: Sichheitsanalyse der PD Biberach Raumschaft Bad Buchau / Bad Schussenried